Zimmer frei – Hevert eröffnet Insektenhotel

Ab sofort bietet ein Insektenhotel auf dem Parkgelände von Hevert-Arzneimittel in Nussbaum Unterschlupf für kleine Bewohner. In direkter Umgebung sichern der hauseigene Weinberg sowie das Heilpflanzenfeld die Vollpension der zukünftigen Gäste. Das Hotel hat zahlreiche „Zimmer“ mit den verschiedensten Füllungen aus naturbelassenen Stoffen wie Laub, Stroh, Tannenzapfen und Fichtenholz mit kleinen Löchern. In einer sonnigen, leicht geschützten Lage findet hier jede Insektenart das passende Quartier.

Das Insektenhotel am Hevert-Firmensitz in Nussbaum ist bezugsfertig und wartet auf die ersten Gäste.

„Als Hersteller natürlicher Arzneimittel sind wir auf eine intakte Natur angewiesen, da wir viele Pflanzenarten in unseren Präparaten verarbeiten“, so Geschäftsführer Mathias Hevert. „Die Pflanzen werden zum Teil im Ganzen für die Arzneimittelherstellung eingesetzt, zum Teil kommt es da sehr auf den Blütenstand an. Ohne Bienen, Hummeln und ihre Artgenossen wären wir in großen Schwierigkeiten. Unser Insektenhotel bietet all diesen Nützlingen Unterschlupf und trägt somit zur Stabilisierung des Ökosystems im Kleinen bei.“

Die natürlichen Unterschlüpfe der Insekten werden durch Eingriffe des Menschen in die Natur zunehmend zerstört. Durch die Entwicklung der intensiven Landnutzung verschwanden Wiesen und Auen. Ackerflächen, Straßen und Städte entstanden. Unangetastete Landstriche, die den Lebensraum der Insekten darstellten, existieren heute kaum noch. Ein Insektenhotel dient Natur und Mensch gleichermaßen. Aus natürlichen Rohstoffen geschaffen, bietet das Hotel den Insekten aus der näheren Umgebung Nistplätze und Überwinterungsmöglichkeiten. Denn auch wenn manche Insektenarten von vielen als lästig empfunden werden, tragen sie zu einem gesunden Ökosystem bei. Insekten – vor allem Bienen und Hummeln – übernehmen die Bestäubung von Nutzpflanzen und der Flora allgemein oder sind als natürliche Schädlingsbekämpfer aktiv.

Während das Bienensterben in Ländern wie China und den USA schon lange dramatische Ausmaße angenommen hat, hat es inzwischen auch in Europa alarmierend zugenommen. Sterben die Bienen weiterhin so schnell wie in den vergangenen zehn Jahren, könnte es einige Lebensmittel bald nicht mehr geben. Etwa 35 Prozent unserer Nahrungsmittel sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Den Hauptanteil dieser Arbeit übernehmen Bienen. Eine neue Studie fand heraus, dass der Einsatz von Insektiziden und Fungiziden die Ursache für das Massensterben der Bienenvölker ist. Dabei kommt es auf die Wechselwirkungen dieser chemischen Produkte an, die noch immer nicht hinreichend untersucht werden konnten.

„Hevert bewirtet Gäste und Mitarbeiter ausschließlich mit Lebensmitteln aus ökologischem Anbau, bei dem keine Pestizide eingesetzt werden“, so Mathias Hevert. „In diesem Jahr planen wir auf einem unserer Grundstücke eine aktive Ansiedlung von Bienen. Dabei sind wir bestrebt mit Imkervereinen aus der Region in Verbindung zu treten. Wir wollen mit diesen Maßnahmen einen kleinen Beitrag dazu leisten, dem gefährlichen Trend des Bienensterbens entgegenzuwirken. Insektenhotels sind günstig und können auch selbst gebaut werden. Ob in der Stadt oder auf dem Land, jeder kann Insekten so ein neues zu Hause bieten.“