Hevert-Foundation und Universität Witten/Herdecke veranstalten großes Symposium über Grundlagenforschung an potenzierten Arzneimitteln

Am Dienstag, den 5. Juni luden die Hevert-Foundation und die Universität Witten/Herdecke zu einem Symposium über Grundlagenforschung an potenzierten Arzneimitteln nach Nussbaum ein. Die Organisatoren der Veranstaltung, Privatdozent Dr. Stephan Baumgartner, Universität Witten/Herdecke, und Sandra Würtenberger, Leiterin der Grundlagenforschung bei Hevert-Arzneimittel, führten durch ein Programm mit sieben Vorträgen über aktuelle Forschungsprojekte gehalten von Forschern aus Wissenschaft und Industrie.

Dr. Maria Olga Kokornaczyk referiert vor Teilnehmern von Forschungseinrichtungen, Verbänden und aus der Industrie über die Untersuchung von homöopathischen Tiefpotenzen mittels der Tropfenverdunstungsmethode.

Die Wirkweise von potenzierten Arzneimitteln, wie sie etwa in der Homöopathie oder der anthroposophischen Medizin verwendet werden, wird in den Medien und in den konventionellen Wissenschaften immer wieder kontrovers diskutiert. Wenig bekannt ist, dass sich die Forschung in diesem Gebiet in den letzten Jahrzehnten deutlich weiterentwickelt hat, und eine große Anzahl von vielversprechenden Forschungsansätzen existiert. „Konferenzen zur Grundlagenforschung sind wichtig, damit sich Wissenschaftler und interessierte Fachleute über den neuesten Stand der Wissenschaft informieren können. Solche Veranstaltungen dienen auch zur gegenseitigen Inspiration sowie zur kritischen Reflektion experimenteller Arbeiten und theoretischer Modellbildungen“, bemerkt Dr. Stephan Baumgartner.

Die ca. 60 Teilnehmer der Fachtagung erfuhren zunächst in einem Vortrag über die HomBRex-Datenbank von Dr. Beate Stock-Schröer (Carstens-Stiftung), dass mittlerweile mehr als 2400 publizierte Experimente im Bereich der Grundlagenforschung vorliegen. In weiteren Vorträgen wurden Ergebnisse aus experimentellen Studien mit verschiedenen Modellen wie der Tropfenverdunstungsmethode, der Transkriptomanalyse sowie der Forschung an humanen Krebszelllinien vorgestellt. Prof. Dr. Dr. Peter Christian Endler, der seit mehr als 20 Jahren die Wirkung von potenzierten Arzneien auf biologische Testsysteme erforscht und mit seiner Mitarbeiterin Corinne Kraus einen Vortrag über den Einfluss potenzierter Arzneien auf die Weizenkeimung hielt, formulierte als Ziel, irgendwann ein so stabiles Versuchsmodell zu entwickeln, das von jedem wie in einem Experimentierbaukasten nachgeahmt werden könne.

Zwei weitere Vorträge lieferten einen Einblick in den Forschungsstand hinsichtlich des physikalischen Wirkprinzips potenzierter Substanzen. Der Mathematiker Dr. Otto Weingärtner, der selbst zahlreiche Publikationen zu physikalischen Messungen an homöopathischen Arzneimitteln veröffentlicht hat, stellte seine theoretische Arbeit im Bereich der physikalischen Modellbildung vor. Die Organisatoren der Veranstaltung rundeten die Fachtagung mit einem Übersichtsvortrag über den Stand der experimentellen physikalischen Forschung ab. Mit einigen physikalischen Messmethoden wie etwa den NMR-Relaxationszeiten existieren bereits qualitativ hochwertige experimentelle Arbeiten, die auch noch bei extrem hohen Verdünnungen Unterschiede zwischen potenzierten Substanzen und Kontrollproben nachweisen konnten. Um die Frage nach dem Wirkprinzip beantworten zu können, muss es nun das Ziel der zukünftigen physikalischen Forschung sein, sich auf vielversprechende Ansätze zu konzentrieren und Studien zu reproduzieren, so Würtenberger und Baumgartner.

Organisatoren der Veranstaltung und Repräsentanten der Hevert-Foundation, Universität Witten/Herdecke und Hevert-Arzneimittel: (v. l. n. r.) Anika Weisert (Leiterin Scientific & Regulatory Affairs, Hevert-Arzneimittel), Sarah Hevert (Vorstandsvorsitzende der Hevert-Foundation), Sandra Würtenberger (Leiterin Grundlagenforschung Hevert-Arzneimittel), PD Dr. Stephan Baumgartner (Universität Witten/Herdecke), Mathias Hevert und Marcus Hevert (Vorstandsmitglieder Hevert-Foundation, Geschäftsführer Hevert-Arzneimittel).

Auch wenn komplementärmedizinische Therapieverfahren in der Bevölkerung sehr beliebt sind, werden nach wie vor fast keine öffentlichen Gelder für deren Erforschung und Weiterentwicklung zur Verfügung gestellt, so dass dieses spannende Wissenschaftsgebiet auf die Unterstützung vor allem von Stiftungen angewiesen ist. „Die Hevert-Foundation habe ich mit meinen Geschwistern gegründet, um losgelöst von betriebswirtschaftlichen Interessen wohltätige Initiativen zu fördern. Naturheilverfahren, die bekanntlich nicht nur Symptome von Erkrankungen behandeln, sondern ihre Ursachen, haben für uns einen großen Mehrwert für die Gesellschaft. Vor allem die Homöopathie, welche von Kritikern immer wieder angegriffen wird, benötigt Forschungsergebnisse, um sich solcher Angriffe zu erwehren. Die Hevert-Foundation unterstützt deshalb seit ihrer Gründung die Homöopathieforschung“, erklärt Mathias Hevert, Vorstandsmitglied der Hevert-Foundation und Geschäftsführer von Hevert-Arzneimittel. „Als Hersteller homöopathischer Arzneimittel ist es für uns ebenfalls von großer Relevanz, die wissenschaftliche Absicherung dieser Arzneimittel auch im Bereich der Grundlagenforschung zu unterstützen. Dies ist für uns der Anreiz, selbst Grundlagenforschung zu betreiben bzw. externe Forschungseinrichtungen zu unterstützen“. Das Symposium ist ein weiterer wichtiger Schritt, die Wissenschaftler und Einrichtungen auf diesem Gebiet besser zu vernetzen und die Forschung voranzutreiben.



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