Maximilian-Oskar Bircher-Benner (1867–1939)

Der größte Beitrag zur Naturheilkunde des Schweizer Arztes Bircher-Benner sind seine herausragenden Forschungen zur Ernährungslehre.

Er praktizierte nach dem Medizinstudium zunächst ab 1891 in Zürich als praktischer Arzt. Nach dem Behandlungserfolg einer schwer magenkranken Frau durch eine Rohkostdiät, begann er sich intensiv mit Ernährungsfragen zu beschäftigen. Seine Diätempfehlungen zielten vor allem darauf hin, auf denaturalisierte Nahrungsmittel zu verzichten und vermehrt vollwertige Produkte bzw. Rohkost zu verzehren.

Bekannt ist auch heute noch das von ihm entwickelte Bircher-Müesli. Da seine Empfehlungen dem damaligen wissenschaftlichen Kenntnisstand widersprachen – denn um die Jahrhundertwende wurde vornehmlich die Wichtigkeit des kalorischen Gehalts von Nahrungsmitteln propagiert – stieß er in akademischen Kreisen mit seinen Ideen zunächst auf Ablehnung. Allerdings gaben ihm seine Behandlungserfolge Recht. 1903 veröffentlichte er eine Schrift, die sein Ernährungskonzept theoretisch begründen sollte. In dem Buch „Kurze Grundzüge der Ernährungstherapie auf Grund der Energie-Spannung der Nahrung“ versucht er die positive Wirkweise der pflanzlichen Nahrungsmittel auf den Organismus durch die in ihnen gespeicherte Sonnenenergie zu erklären. Diese sei lebensenergetisch höherwertig als der rein thermodynamische Brennwert.

1904 eröffnete er sein vor allem durch Thomas Manns Roman „Zauberberg“ berühmt gewordenes Sanatorium „Lebendige Kraft“ auf dem Zürichberg. Hier kombinierte er seine Diätlehre mit Wasseranwendungen, Luftbädern und reichlich Bewegung im Freien. Trotz des strikt durchgeplanten Tagesablaufes, den viele Patienten als militärisch empfanden, hatte seine Heilanstalt eine hohe Auslastung. Viele Prominente zählten zu den Kurgästen. Bircher-Benner war aber von Anfang an darauf bedacht, seine Kur auch schlechter Situierten zugänglich zu machen.

Kurz vor seinem Tod 1939 konnte er, begünstigt durch eine großzügige Schenkung eines ehemaligen Patienten, zudem ein Volkssanatorium in Zürich eröffnen.



Quelle:

Bolland, Axel. Eine Idee wird gelebt! Belacht – bedacht – dann nachgemacht! Sulzbach: CO’MED, 1999.

Jütte, Robert. Geschichte der Alternativen Medizin. Von der Volksmedizin zu den unkonventionellen Therapien von heute. München: Beck, 1996.

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