Adolf Just (1859–1936)

Der gelernte Buchhändler Adolf Just litt von frühester Jugend an einer schmerzhaften Nervenerkrankung, die aus damaliger ärztlicher Sicht als nicht heilbar galt.

Adolf Just (1859–1936)

Deshalb versuchte er sich selbst zu therapieren, indem er zunächst mit Prießnitzwickeln und Kneippschen Anwendungen experimentierte. Schließlich kam er zu der Erkenntnis, dass der Aufenthalt im Freien sich heilsam auswirkte und propagierte in den Folgejahren eine Luft-Lichttherapie. Die besten Erfolge erzielte er letztlich mit Erdanwendungen.

Die Kombination dieser Heilverfahren wurde zur Basis der Therapie, die er in dem 1896 gegründeten Heilanstalt „Jungborn“ im Harz anwendete. Dass in der Nähe der Heilanstalt ein großes Lehmvorkommen war, nutzte er, um den Lehm systematisch als Heilmittel zu nutzen. Auf ihn geht auch die innere Anwendung von Heilerde zurück. Just verordnete seinen Kurgästen diese in wässriger Aufschwemmung und erzielte damit ungeahnte Heilerfolge, so dass er 1918 sogar eine Firma gründete, die Luvos „Heilerde-Gesellschaft“ in Blankenburg (Harz), die dieses Heilmittel bis heute professionell vertreibt.

Durch einen Besuch des Harzer Jungborns 1898 ließ sich Pastor Felke inspirieren, in seinem Pfarrort Repelen einen eigenen Jungborn zu gründen, in welchem er ebenfalls den Aufenthalt in Freiluftparks mit Lehmbädern kombinierte.




Quelle:

Bolland, Axel. Eine Idee wird gelebt! Belacht – bedacht – dann nachgemacht! Sulzbach: CO’MED, 1999.

Jütte, Robert. Geschichte der Alternativen Medizin. Von der Volksmedizin zu den unkonventionellen Therapien von heute. München: Beck, 1996.

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