Umweltgifte machen zukünftige Generationen stressanfälliger

Wie wir auf Stress reagieren oder mit anderen Menschen umgehen – das hängt nicht nur von unseren Erfahrungen, sondern möglicherweise auch davon ab, ob unsere Großeltern Umweltgiften ausgesetzt waren.

Dies jedenfalls legt eine Studie mit Ratten nahe, die in der renommierten Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht wurde. Danach sind die männlichen Nachkommen von Ratten, die während ihrer Trächtigkeit dem Pilzbekämpfungsmittel Vinclozolin ausgesetzt waren, noch in der dritten Generation ängstlicher und stressanfälliger.

Es wird vermutet, dass Vinclozolin die Signalübertragung am Androgen-Rezeptor unterbricht und dadurch in der männlichen Keimbahn das Ablesen bestimmter Erbgutinformationen verändert. Aus früheren Untersuchungen ist bereits bekannt, dass Vinclozolin das Auftreten von bestimmten Tumorerkrankungen über mehrere Generationen hinweg fördert und die Fruchtbarkeit der männlichen Nachkommen beeinträchtigt.

Quellen:

Crews D et al. Epigenetic transgenerational inheritance of altered stress responses. PNAS 2012; online veröffentlicht am 21. Mai 2012. doi: 10.1073/pnas.1118514109 PNAS May 21, 2012

Umweltgifte haben über Generationen hinweg Einfluss auf die Stresstoleranz. WAZ; online veröffentlicht am 22.5.2012