Sport macht auch die Gene fit

Intensive körperliche Bewegung löst blockierende Anlagerungen an der DNA der Muskelzellen. Dadurch können mehr Gene abgelesen werden als vorher.

Zu diesem verblüffenden Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität Kopenhagen bei Tests an 14 gesunden, aber eher unsportlichen Frauen und Männern, denen sie vor und nach einer Trainingseinheit auf dem Fahrrad-Ergometer Zellproben aus dem Oberschenkelmuskel entnahmen. Der Effekt hält jedoch nicht dauerhaft an. Das könnte ein Grund dafür sein, dass Sport nur dann die Gesundheit fördert, wenn er regelmäßig ausgeübt wird.

Die Aktivität unserer Erbgut-Gene in den einzelnen Zellen hängt unter anderem davon ab, wo am DNA-Molekül blockierende Anlagerungen sitzen. Diese kleinen Kohlenwasserstoffgruppen verhindern, dass das Gen abgelesen werden kann. Bereits eine kurze Phase intensiver Muskelbewegung reiche aus, um zahlreiche dieser Genblockaden verschwinden zu lassen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Cell Metabolism“.

Nach dem Sport waren hauptsächlich Stoffwechselgene von ihren Blockaden befreit. Interessanterweise kam es zum gleichen Effekt, wenn Muskelzellen in einer Petrischale mit Koffein in Berührung kamen. Offenbar imitiert das anregend wirkende Koffein den Effekt der durch Sport hervorgerufenen Muskelbewegungen.

Leider heißt das aber nicht, dass man das Training künftig einfach durch eine Kaffeepause ersetzen kann, betonten die Wissenschaftler.