Rotwein hilft nicht beim Blutdrucksenken

Regelmäßiger Rotweinkonsum in geringen Mengen gilt allgemein als förderlich für die Gesundheit, besonders für das Herz-Kreislaufsystem. Dem Wein wird dabei häufig eine blutdrucksenkende Wirkung zugeschrieben. Eine neue Studie legt nahe, dass sich diese Wirkung beim Menschen nicht bestätigen lässt.

Rotwein hilft nicht beim Blutdrucksenken

Die positiven Eigenschaften des Rotweins werden in der Regel mit den im Wein enthaltenen Polyphenolen in Verbindung gebracht. Bei diesen Pflanzenstoffen handelt es sich um aromatische Verbindungen, die im Rotwein zum Beispiel in Form von Tanninen oder Flavonoiden vorkommen. In Tierversuchen haben diese Inhaltsstoffe bereits früher eine blutdrucksenkende Wirkung gezeigt. Eine niederländische Forschergruppe hat daher diese Versuche mit Menschen in einer placebokontrollierten Studie wiederholt. Die 61 Patienten hatten alle hoch-normalen Blutdruck oder eine leichte Hypertonie und sie nahmen im Wechsel für vier Wochen ein Placebo und für vier Wochen einen Rotwein-Trockenextrakt ein. In dem Trockenextrakt waren die Polyphenole in einer Menge von 280 mg oder 560 mg enthalten, und der Alkohol war entzogen worden, da Alkohol selbst eine blutdruckerhöhende Wirkung hat und sein Einfluss auf die Ergebnisse ausgeschlossen werden sollte.

Am Ende der beiden Behandlungsperioden wurden jeweils der Blutdruck und verschiedene weitere Parameter gemessen. Dabei zeigte sich nur eine leichte, nicht signifikante Änderung des Blutdrucks bei der Gruppe, die den höher dosierten Extrakt eingenommen hatte. Ansonsten gab es keine relevanten Änderungen beim zentralen oder peripheren Blutdruck.

Daher kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass sich eine Blutdrucksenkung beim Menschen durch Rotwein nicht bestätigen lässt. Die Leiterin der Studie, Dr. Ilse Botden, sagte bei der Präsentation der Studie vor der American Heart Association: „Rotwein kann möglicherweise bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen helfen. Er wirkt dann aber unabhängig vom Blutdruck.“ Hier ist es möglich, dass die antioxidativen Eigenschaften der Polyphenole eine Wirkung haben könnten.