Neue Studie: Erhöhtes Sterberisiko durch Schlafmittel

Dass Schlaftabletten nicht ohne Risiken sind und abhängig machen können, ist bekannt. Doch einer neuen US-Studie zufolge lassen sie auch das Sterberisiko ansteigen. Selbst wer nur zweimal im Monat zu Schlaftabletten greift, verdreifacht sein Risiko, früh zu sterben. Außerdem erkrankt er mit höherer Wahrscheinlichkeit an Krebs.

Neue Studie: Erhöhtes Sterberisiko durch Schlafmittel

Die Forscher vom Scripps Clinic Sleep Center in Kalifornien schlossen mehr als 10.529 Menschen in die Studie ein, die im Durchschnitt über zweieinhalb Jahre Schlafmittel verordnet bekamen. Diese Gruppe verglichen sie mit 23.676 Menschen, die diese Mittel nicht einnahmen. Hinsichtlich Geschlecht, Alter, Lebensstil und eventuellen gesundheitlichen Problemen stimmten die beiden Gruppen weitgehend überein. Die Gefahr zu sterben, stieg mit der Höhe der Dosis. So erhöht sich das Sterberisiko bei bis zu 18 Schlafmitteldosen im Jahr auf das 3,5-fache, bei mehr als 132 Dosen sogar auf das fünffache im Vergleich zu Personen, die auf Schlafmittel verzichten. Untersucht wurden acht der gängigsten Schlafmittel.

Die Mittel führen wahrscheinlich zum verfrühten Tod, indem sie Herzerkrankungen, Krebs und andere Leiden, aber auch Unfälle fördern, vermuten die Wissenschaftler. So erhöhte sich bei denjenigen, die besonders häufig Pillen schluckten, das Risiko einer Krebsdiagnose um 35 Prozent. Zwar könne diese Art der Bevölkerungsstudie Ursache und Wirkung nicht hundertprozentig nachweisen, aber das Ergebnis bestätige Hinweise aus früheren Studien und wecke Zweifel daran, ob selbst eine kurzeitige Einnahme von Schlafmitteln sicher ist.

Mehr als einen Versuch wert sind deshalb Alternativen zur Schlaftablette wie Entspannungstechniken und homöopathische Arzneimittel (Calmvalera Hevert ). Wer aber aus medizinischen Gründen chemische Schlafmittel braucht, sollte sie sich von einem Spezialisten verschreiben lassen und die Empfehlungen zur Dosierung und Einnahmedauer unbedingt genau befolgen.

Quelle:

www.bmjopen.bmj.com