Frauen bemerken Altersweitsichtigkeit früher – wegen ihrer kürzeren Arme

Frauen greifen früher zu einer Lese- oder Gleitsichtbrille als Männer. Und das liegt nicht, wie man vermuten würde, an ihren Augen, sondern an ihren Armen beziehungsweise deren Länge.

Früher oder später entwickelt jeder Mensch eine Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). Da die Augenlinse zunehmend die Fähigkeit verliert, zu fokussieren (Akkomodation), kommt es zu einem Verlust der Nahsicht, der meist ab Mitte 40 mit einer Lesebrille oder anderweitigen Korrekturen ausgeglichen werden muss. Ob es dabei Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, untersuchten Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Berkley (USA) anhand von neun Presbyopie-Studien.

Das Ergebnis: Beide Geschlechter sind gleich stark vom altersbedingten Verlust der Nahsicht betroffen. Doch Frauen brauchen häufig früher eine Lese- oder Gleitsichtbrille als Männer. Wie die Forscher ebenfalls zeigen konnten, liegt das nicht an den Augen. Ihre Vermutung: Frauen bemerken ihr schlechteres Sehen früher als Männer, weil sie wegen ihrer kürzeren Arme Buch oder Zeitung näher an die Augen halten. Für eine maßgeschneiderte Lesebrille sollten Augenärzte neben der Sehstärke deshalb auch den Körperbau ihrer Patienten berücksichtigen, raten die Wissenschaftler.