Schlaganfallrisiko durch Spaziergänge senken

Der vorbeugende Nutzen von Bewegung auf das Herz-Kreislauf-System ist inzwischen gut belegt. Wissenschaftler aus Großbritannien haben nun überprüft, ob auch Aktivität im Alter einen Einfluss auf das Schlaganfallrisiko hat. Ihre Ergebnisse sind vielversprechend: Ältere Menschen können selber aktiv dazu beitragen, ihr Schlaganfallrisiko zu senken. Sie sollten dazu regelmäßig ein bis zwei Stunden täglich spazieren gehen.

Ältere Männer, die wöchentlich zwischen acht und 14 Stunden zu Fuß gehen, haben ein um ein Drittel geringeres Schlaganfallrisiko als Männern, die nur drei Stunden in der Woche oder gar nicht spazieren gehen. Das Risiko verringert sich sogar um zwei Drittel, wenn Männer mehr als 22 Stunden in der Woche zu Fuß unterwegs sind. Selbst bei vier bis sieben Stunden wöchentlichem Gehen konnte die Schlaganfallrate um 11% verringert werden. Dabei spielt das Geh-Tempo offensichtlich keine Rolle.

Bewegungsstatus wurde gemessen

Die Forscher untersuchten elf Jahre lang rund 3.500 gehfähige Männer im Alter von 60-80 Jahren ohne kardiologische Auffälligkeiten (z.B. Koronare Herzerkrankung, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz) zu Studienbeginn. Die Probanden gaben alle zu Protokoll, wie viele Stunden sie wöchentlich zu Fuß gehen, wie schnell sie dabei waren und wie weit sie gehen. Außerdem mussten sie angeben, ob sie Sport treiben oder sich anderweitig körperlich betätigen (z.B. Gartenarbeit). Dementsprechend wurden sie in Gruppen mit unterschiedlichem Aktivitätslevel eingeteilt.

Gesamte Kohorte: 6,7 Prozent weniger Schlaganfälle

In den elf Folgejahren traten bei den Studienteilnehmern insgesamt 195 Schlaganfälle auf, was einer Schlaganfallrate von 6,7 % entspricht. Bei den Probanden ohne körperliche Bewegung lag die Rate rund ein Drittel höher (7,9 %) als bei den sehr aktiven Senioren (5,6 %). Nach Berücksichtigung diverser kardiovaskulären Risikofaktoren erwiesen sich die Unterschiede aber als nicht mehr signifikant.

Tägliches Gehen ist maßgeblich

Entscheidend war jedoch, dass die die Gehzeit pro Woche einen signifikanten Einfluss auf das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden hatte. Je länger die Teilnehmer pro Woche liefen, umso geringer die Schlaganfallrate. Ein bis zwei Stunden pro Tag zu Fuß an der frischen Luft verringert das Apoplex-Risiko immerhin um 30 %. In Hinblick auf die Gehgeschwindigkeit konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden.

Die Wissenschaftler weisen in ihrer Studie darauf hin, dass ein aktiver Lebensstil von Senioren wohl am stärksten gekennzeichnet wird durch die Dauer, die sie täglich spazieren gehen.

Quelle:

Barbara J. Jefferi et al.: Protective Effect of Time Spent Walking on Risk of Stroke in Older Men. Stroke. 2014;45:194-199



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