Otitis media: Besonders gut homöopathisch behandelbar

Die akute Otitis media (AOM) ist der dritthäufigste Grund für Antibiotikaverordnungen im Säuglings- und (Klein-)Kindalter. Aktuelle Leitlinien empfehlen jedoch, ihren Einsatz sorgfältig abzuwägen. Dass Homöopathie der schulmedizinische Behandlung ebenbürtig, in manchen Fällen sogar überlegen ist, zeigen mehrere Arbeiten.

Otitis media: Besonders gut homöopathisch behandelbar

Über zwei Drittel aller Kinder erleiden bis zum Abschluss des 3. Lebensjahres mindestens eine, etwa die Hälfte dieser Kinder drei oder mehr Episoden einer AOM. (1) Während Antibiotika bei einer AOM früher fast routinemäßig verordnet wurden, weiß man heute, dass diese nicht so nützlich sind wie erhofft. Antibiotika waren bei den meisten Kindern mit AOM „nicht sehr hilfreich“, ausgenommen Kleinkinder unter zwei Jahren mit einer beidseitigen Mittelohrenzündung oder AOM mit Otorrhö. Zu diesem Schluss kommt der Review-Beitrag der Cochrane Database. (2) Dazu haben die Wissenschaftler die Daten von 13 kontrollierten klinischen Studien mit insgesamt 3.401 Kindern ausgewertet. Im Vergleich zu Placebo brachte die Antibiotikagabe keinen Nutzen hinsichtlich der Ohrenschmerzen in den ersten 24 Stunden nach Behandlungsbeginn, des Rezidiv-Risikos und der insgesamt sehr seltenen Rate an schwerwiegenden Komplikationen. Einen gravierenden Nachteil der Antibiotika-Therapie deckte eine in den Niederlanden durchgeführte Untersuchung (3) auf: Sie stellte ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten der Otitis media (OM) bei Säuglingen und Kleinkindern fest.

Nicht zuletzt wegen einer möglichen Bahnung von Antibiotikaresistenzen halten Fachgesellschaften heute in vielen Fällen eine zunächst beobachtende Verlaufskontrolle für gerechtfertigt. So empfiehlt die aktuell gültige DEGAM-Leitlinie „Ohrenschmerzen“ bei Patienten ohne Risikofaktoren mit einer unkomplizierten akuten Otitis media anstelle einer sofortigen antibiotischen Therapie eine symptomatische Behandlung mit systemischer Analgetikagabe. Selbst bei Fieber und/oder Erbrechen sollten die ersten 24–48 Stunden unter Beobachtung des Kindes wenn möglich abgewartet werden und erst bei einer Verschlechterung der Symptome oder einer ausbleibenden Besserung Antibiotika zum Einsatz kommen.

Überlegen: Die homöopathische Behandlung der AOM bei Kindern

In einer prospektiven Beobachtungsstudie war die homöopathische Behandlung der AOM bei Kindern im Alter von sechs Monaten bis 11 Jahren der konventionellen Therapie überlegen. (4) Die verwendeten Einzelmittel bei den 103 homöopathisch behandelten Kindern in Gruppe A waren Aconitum napellus, Apis mellifica, Belladonna, Capsicum, Chamomilla, Kalium bichromicum, Lachesis, Lycopodium, Mercurius solubilis, Okoubaka, Pulsatilla oder Silicea. Die 28 Kinder der Gruppe B erhielten Nasensprays, Antibiotika, Mykolytika und/oder Fiebermittel. Schmerzen dauerten bei homöopathischer Behandlung durchschnittlich zwei Tage an, bei konventioneller Therapie einen Tag länger. Behandelt wurde Gruppe A im Schnitt vier Tage, Gruppe B zehn Tage. Ohne Rezidiv innerhalb eines Jahres blieben 70,7 Prozent der homöopathisch behandelten Kinder und 56,5 Prozent der Kinder nach konventioneller Therapie. Die Kinder, die innerhalb eines Jahres erneut erkrankten, hatten in Gruppe B bis zu sechs Rückfälle, die homöopathisch behandelten Kinder maximal drei.

Homöopathie wirkt schneller als konventionelle Therapie

Laut einer internationalen Multicenter-Kohortenstudie (5) erwies sich die homöopathische Behandlung von respiratorischen und Ohr-Beschwerden bei Kindern und Erwachsenen genauso wirksam wie die konventionelle (überwiegend Antibiotika, gefolgt von Nasentropfen und Schmerzmitteln) – gemessen an der Ansprechrate nach 14 Tagen. Jedoch wurden mit der Homöopathie in den ersten sieben Tagen signifikant schnellere Behandlungserfolge erzielt mit p = 0,0488 bei Kindern und p = 0,0001 bei Erwachsenen. Bei den Kindern war OM die häufigste Diagnose und zu den am meisten eingesetzten homöopathischen Einzelmitteln gehörten Belladonna, Pulsatilla und Mercurius solubilis. Bei den Erwachsenen dominierten Beschwerden wie Halsschmerzen und Husten.

Homöopathische Komplexmittel bei OM

Im Unterschied zu Einzelmitteln enthalten homöopathische Komplexmittel mehrere Wirkstoffe, wodurch sie ein breites Wirkspektrum entfalten können. So eignen sich die in Sinusitis Hevert SL Tabletten enthaltenen Wirkstoffe (Apis mellifica, Baptisia, Cinnabaris, Echinacea, Hepar sulfuris, Kalium bichromicum, Lachesis, Luffa, Mercurius bijodatus, Silicea, Spongia) zur adjuvanten Behandlung von (A)OM, da in der Regel der OM eine Erkältungskrankheit zugrunde liegt. Sehr günstig ist, dass Sinusitis Hevert SL bereits für Kinder ab dem 6. Lebensmonat zur Behandlung von Erkrankungen des Hals-Nasen-Rachenraumes geeignet sind. Der Vorteil von Sinusitis Hevert SL Tabletten ist zudem, dass der Schnupfen, der meist im Vorfeld einer OM zu finden ist, gelindert wird, Schleim abfließt, die Tuba Eustachii befreit und damit das Mittelohr wieder besser belüftet wird, und die Entzündung somit leichter abklingen kann. Weitere Komplexmittel, die wegen ihrer Inhaltsstoffe bei OM unterstützend eingesetzt werden können, sind der Lymphaden Hevert Complex (Wirkstoffe Arsenicum album, Clematis, Conium, Lachesis, Mercurius bijodatus, Phytolacca, Rhus toxicodendron, Scrophularia nodosa, Sulfur) als begleitende Maßnahme zur Pflege des Lymphsystems und Mato Hevert Erkältungstropfen mit den hierin enthaltenen Wirkstoffen zur Behandlung von Erkältungskrankheiten (Aconitum, Ammonium bromatum, Belladonna, Bryonia, China, Echinacea, Mercurius cyanatus und Rhus toxicodendron).

Quellen

  1. Vergison A, Dagan R, Arguedas A et al.: Otitis media and its consequences: beyond the earache. Lancet Infect Dis 2010; 10: 195–203. CrossRef MEDLINE
  2. Venekamp RP, Sanders SL, Glasziou PP, Del Mar CB, Rovers MM. Antibiotics for acute otitis media in children. Cochrane Database Syst Rev. 2015: 6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26099233
  3. Bezáková N, Damoiseaux RA,Hoes AW, Schilder AG, Rovers MM. Recurrence up to 3.5 years after antibiotic treatment of acute otitis media in very young Dutch children: Survey of trial participants. BMJ. 2009; 338: b2525. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19567910
  4. Friese KH, Kruse S, Lüdtke R, Moeller H. The homoeopathic treatment of otitis media in children--comparisons with conventional therapy. Int J Clin Pharmacol Ther. 1997; 35 (7): 296-301 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9247843
  5. Haidvogl M, Riley DS, Heger M, Brien S et al. Homeopathic and conventional treatment for acute respiratory and ear complaints: A comparative study on outcome in the primary care setting. BMC Complementary and Alternative Medicine 2007; 7: 7
    https://bmccomplementalternmed.biomedcentral.com/articles/10.1186/1472-6882-7-7


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