Christoph Wilhelm Hufeland (1762–1836)

Einer der bedeutendsten Wegbereiter für die Naturheilkunde war der deutsche Arzt und Hygieniker Christoph Wilhelm Hufeland, auch wenn er selbst im heutigen Sinne nicht rein naturheilkundlich orientiert war.

Seine Leistung bestand darin, anderen Ansätzen unvoreingenommen zu begegnen. Er war einer der bedeutendsten Ärzte seiner Zeit und hat neben seinem beruflichen Erfolg vor allem durch seine Schriften und durch seine Herausgebertätigkeit gewirkt.

Nach Studium und Promotion sammelte er zunächst zehn Jahre Erfahrung als Praktischer Arzt in Weimar, bevor er 1792 als Professor nach Jena gerufen wurde. Danach wirkte er als Königlicher Leibarzt und als 1. Arzt der Charité in Berlin und schließlich von 1810 bis 1836 als Professor für Spezielle Pathologie und Therapie an der Berliner Universität. In seinem Hauptwerk „Makrobiotik, oder die Kunst das menschliche Leben zu verlängern“ entwickelte er Anweisungen zur gesunden Lebensführung und eine Diätetik, die helfen soll, Krankheiten im Sinne der Prophylaxe vorzubeugen. Zeit seines Schaffens setzte er sich für die medizinische Versorgung der armen Bevölkerungsschichten ein und forderte eine staatlich initiierte Gesundheitsfürsorge und Verbesserung der Hygiene.

Nicht nur wegen seines Einsatzes für die Gesunderhaltung durch naturgemäße Lebensführung kann er als einer der Initiatoren der Naturheilkundebewegung gesehen werden. Einen großen Verdienst diesbezüglich leistete er vor allem durch die Herausgabe der Zeitschrift „Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst“, in der er im Sinne einer eklektischen Medizin Vertretern der verschiedensten auch alternativen Ansätze eine Publikationsplattform bot.

Hufeland, der selbst überzeugter Vertreter eines vitalistischen Lebensbegriffs war, ermöglichte 1796 dort auch Samuel Hahnemann seinen grundlegenden Artikel zur Homöopathie bzw. dem Simileprinzip zu veröffentlichen, dem die Annahme einer vis vitalis zugrunde liegt.



Quelle:

Bolland, Axel. Eine Idee wird gelebt! Belacht – bedacht – dann nachgemacht! Sulzbach: CO’MED, 1999.

Jütte, Robert. Geschichte der Alternativen Medizin. Von der Volksmedizin zu den unkonventionellen Therapien von heute. München: Beck, 1996.

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