Arnold Rikli (1823–1906)

Rikli stammte aus einer Fabrikantenfamilie. Parallel zum Eintritt in die väterliche Färbereifabrik entwickelte er ein ausgeprägtes Interesse für die Naturheilverfahren.

Zunächst beschäftigte er sich intensiv mit der Wassertherapie. Durch Selbststudium der Methoden Raußes und von Prießnitz, die er an sich selbst und später an den Arbeitern seiner Fabrik anwendete, machte er sich einen Namen als „Wasserarzt“.

1854 gründete er eine Heilanstalt in Veldes im heutigen Slowenien. Hier kam er zu der Erkenntnis, dass die Wasseranwendungen nicht in jedem Krankheitsfall hilfreich sind, so dass er diese begann, durch Luft- und Lichtbäder zu erweitern. Als Anhänger der Lebensreformbewegung kombinierte er diese Wasser-Luft-Licht-Therapie mit einer vegetarischen Ernährung. Vor allem die intensive Beschäftigung mit der therapeutischen Wirkung von Sonnenanwendungen brachte ihm den Beinamen „Sonnendoktor“ ein. Theoretisch bezeichnete er seinen Ansatz als „Thermodiätetik“. Die Wechselreize auf den Organismus, ausgelöst durch die wechselnden Anwendungen von Wasser, Freiluftaufenthalte und Sonnenbäder, führten seines Erachtens zu elektrischen Reizen auf das periphere Nervensystem, die den Genesungsprozess initiieren.

Er prägte den Ausspruch: „Wasser tut's freilich, aber höher als das Wasser steht die Luft, und am höchsten das Licht.“




Quelle:

Bolland, Axel. Eine Idee wird gelebt! Belacht – bedacht – dann nachgemacht! Sulzbach: CO’MED, 1999.

Jütte, Robert. Geschichte der Alternativen Medizin. Von der Volksmedizin zu den unkonventionellen Therapien von heute. München: Beck, 1996.

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